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4400er Serie

Güterzugwagen aus Vollkunststoff

 

Ab 1976 wurde als Nachfolgereihe der sogenannten „Thermoplastik-Wagen“ der 4500er Reihe die neue Reihe 4400 konzipiert. Der Aufbau, das Fahrgestell und die Kupplungen sind aus Kunststoff. Nur noch zusätzliche Anbauteile (zum Beispiel Leitern und Kupplungsbügel) wurden aus Metall hergestellt.

Die Wagenlänge wurde einheitlich auf 115 mm festgelegt. Dazu kamen einheitliche Kupplungen Typ 8.1, die gegen eine Kurzkupplung Typ 10.2.1 ausgetauscht werden kann. Ebenso einheitlich den Radsatz Typ 7.1, ab 1991 / 1992 Radsatz Typ 9.2 (eine Artikelnummer). Die zweiachsigen Fahrgestellte waren ebenfalls einheitlich (Ausnahmen wurden nur bei den Artikeln 4460, 44734475 gemacht, sie werden bei der Darstellung genau beschrieben). Das Fahrgestell wurde 1980 / 1981 geändert. Der Bauchträger (Sprengwerk) hat jetzt drei Querstreben statt vorher zwei. Dies war fertigungstechnisch notwendig, da die untere, dünne Querstrebe beim Fertigungsvorgang oft nicht ganz ausgefüllt wurde und außerdem bruchgefährdet war.

Die Aufbauten sind in die Fahrgestelle eingeclipst. Ein circa 1 mm starkes Formblech, im Fahrgestell eingelassen, dient als Schwerpunkt. Sondermodelle der Reihe 4400, auch Primex-Wagen, werden fallweise der Reihe 4500 (auch als Zweitbesetzung) zugeordnet, um die Nummernreihe 4400 für Katalogwagen freihalten zu können. Viele neuere Primex-Güterzugwagen entstammen ebenfalls der 4400er-Reihe. Die „berühmt-berüchtigten“ Werbewagen, haben meist eine Auflagehöhen von etwa 500 Stück. Sie haben als Basismodell bis auf wenige Ausnahmen ab 1978 den Wagen 4415 (Kühlwagen), ab 1995 zusätzlich die Grundmodelle 4440 (Kesselwagen), 4481 (Containerwagen ) und 4680 (Oldtimer-Kühlwagen). Werbemodelle haben eine fünfstellige, seit 1985 / 1986 sechsstellige Produktnummer und etwa seit 1984 ist das stilisierte Firmenzeichen im Druck miteinbezogen (gilt als Schutzmarke).

Als Besonderheiten können folgende Fakten erwähnt werden, die in den Beschreibungen nicht besonders genannt werden, da sie nicht sammelrelevant sind. Der Grundtyp 4415 hat vier Stück Dachlüfterimitationen, schräg parallel versetzt. Durch unterschiedliche Ausarbeitung der Spritzform kommen zwei Typen vor. Die Fachwelt spricht vom „Typ A“ bei schräg nach rechts versetzten Lüftern, vom „Typ B“, wenn diese schräg nach links verlaufen. Beide Ausführungen sind keine finanzielle Sammelgrundlage, da beide Typen immer in gleicher Stückzahl hergestellt werden (gemeinsame Spritzform).

Die Dachlüfterimitationen wurden Anfang 1989 in der Form verändert, sie haben nun einen erhabenen kreisförmigen Abschluß. Auch die eingesetzten, brünierten Metallstirnwandleitern weisen seit 1988 eine Veränderung auf, die breite Lauffläche ist geriffelt. Eine weitere Änderung beim Aufbau des 4415-Grundtyps ist die ab 1980 vergrößerte, zusätzliche Achslastbeschränkungstafel. Auch dieses Merkmal ist nicht wertbeeinflussend.

Seit dem Katalog 1983 / 1984 ist der Aufbau des 4415 geringfügig geändert. Die nachgebildeten Dachrinnen wurden im Profil stärker ausgebildet und in der Kasteninnenseite finden sich jetzt zwei „Nasen“ zur genaueren Aufnahme in der Tampondruckmaschine.

Ein Unterscheidungsmerkmal, das sich auch in finanzieller Hinsicht äußert, ist der Aufdruck der schwarzen bzw. weißen Eckstreifen (Eckzeichen), die – nachdem sie beim Vorbild entfielen – natürlich auch beim zeitgemäßen Modell keine Berechtigung mehr gehabt hätten. Ab 1982 wurden keine Eckzeichen mehr aufgedruckt.

Ab 1988 wurde die Aufschrift „Märklin“ zum zeitgemäßen „märklin“ geändert. Auch das „Made in Western Germany“ hat ein geringfügig geändertes Schriftbild, die Buchstaben sind etwas flacher.

Seit 1986 wird mit einer Spritzgußform für die Kessel gearbeitet, bei der die „Flügelmutter“ am Domverschlußbügel verkleinert wurde. Alle seither gefertigten Kessel weisen diese Besonderheit auf. Später kehrte man zur gewohnten Größe zurück. Bisher haben sich durch dieses Merkmal noch keine Preisdifferenzen ergeben – deshalb erfolgt bei den einzelnen Beschreibungen kein extra Hinweis!

Ab 1987 / 1988 wird der Kesselwagen 4442 (und die folgenden 4400er Kesselwagen) mehrteilig gefertigt. Der Kessel, der Kesselboden, die Aufschriftenschilder (Wagenschilder) werden gesondert hergestellt (vorher ein Spritzgußteil). So wurde Zeit gespart und der Ausschuss verringert. Andererseits ist die Montage wieder aufwendiger. Der Domverschlußbügel ist zierlicher und ist vom Domdeckel abgehoben.

Da auch bei der Reihe 4400 zahlreiche Exportmodelle produziert wurden, hier noch der Hinweis, daß das hierbei angegebene Katalogjahr immer die Erstausgabe des betreffenden Modells ist. Diese Erstausgabe wird im ersten Jahr meist nur in das betreffende Exportland (zum Beispiel Dänemark, Frankreich, Norwegen, Österreich, Schweden Schweiz und USA) ausgeliefert. Hierzu gab es eigene Katalogblätter, die in diesen Jahren erschienen (sammelnswert!).

Seit 1989 wurden die Einzelprospekte von einem Gesamtkatalog für Exportländer abgelöst. Parallel hierzu wird der komplette Katalog für weltweit verkäufliche Exportmodelle auch durch heimische Geschäfte und das Märklin-Magazin verkauft. So können im Folgejahr eines neu produzierten Exportmodelles auch deutsche Fachgeschäfte die meisten der Exportmodelle des Vorjahres ordern. Seit 1990 sind viele Exportmodelle nur noch Einmalserien und werden auch im deutschen Fachhandel sofort im Erscheinungsjahr angeboten.

 

Anzumerken ist, daß die Nummern 4400, 4401, 4450-54 und 4459 für Minex schon einmal vergeben waren.